Sie fragte den Weisen Druiden Cathbad um Rat, der prophezeite ihr eine Tochter mit makellosem Äußeren, um die einstens Helden streiten und Könige werben würden und die großes Unheil über das Land bringen sollte. Ihr Name sollte Derdriu, die Tobende, sein.
Die Männer wollten das Mädchen töten, doch Conchobar hieß sie das Mädchen zu ihm bringen, er wolle es nach seinem Willen erziehen und zur Frau nehmen. Also geschah es und Derdriu wuchs bei Conchobar auf und wurde das allerschönste Mädchen in Irland. Einsam wuchs sie auf, nur mit ihren Pflegeeltern und der Bardin Leborcham.
Eines Winters geschah es nun, dass ihr Pflegevater im Schnee ein Kalb häutete, um es für sie zu braten. Sie sah einen Raben das Blut auf dem Schnee trinken und sprach,


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sie könne nur einen Mann lieben, mit Haaren wie der Rabe, Wangen wie das Blut und dem Leib wie der Schnee. Leborcham beriet sie, dass das nur Noisi, Usnechs Sohn sein könne.
Als sie ihm nun einmal allein begegnete, tat sie ihm ihre Zuneigung kund, doch aus Furcht vor der Prophezeiung lehnte er zunächst ab. Nach eingehender Beratung mit seinen Brüdern, beschlossen sie schließlich, mit Derdriu das Land zu verlassen. Immer auf der Flucht vor König Conchobar, traten sie endlich in die Dienste des Königs von Alba. Als dessen Oberverwalter allerdings des Mädchens ansichtig wird und seinem Herrn von ihrer Schönheit berichtet, beginnt der König um Derdriu zu werben. Da das erfolglos bleibt, plant er die Ermordung der Söhne Usnechs, die aber fliehen können und fortan auf einer Insel des Meeres leben.

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